Das Gegenteil von gut ist gut gemeint: Reaktionen auf den Cavallo Beitrag

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Klickt man den Beitrag an und liest sich die Online-Version des Artikels durch, kommt dieser recht übersichtlich daher. Eine kleine Einleitung und dann 3 Bilderstrecken mit Tests und Hinweisen:

• Wie beweglich ist mein Pferd?
• Ist der Rücken Ihres Pferdes fit?
• 7 Physiogriffe fürs Pferd

Der Artikel positioniert seine Motivation und auch die Abgrenzung zum Fachbereich der Experten folgendermaßen: „Wir haben zehn Übungen zusammengestellt, mit denen Sie Ihr Pferd auf Beweglichkeit testen können. Die Übungen eignen sich übrigens auch, um die Beweglichkeit zu trainieren. Sollten Sie aber eine auffällige Abweichung bemerken, dann bitte: Ab zum Tierarzt oder Physiotherapeuten!“

Meiner Meinung nach zurecht polarisiert der Facebook Post zum Artikel und einige Vertreter der Fachlichkeit posten mit deutlichen Worten kritische Kommentare zu den Übungen / Tests und dem allgemeinen Ansatz, Pferdebesitzer zu motivieren, mit vergleichsweise wenig Anleitung und Hintergrundwissen direkt in die Praxis zu schicken.

Ich gehöre selbst zu dem Typ Pferdemädchen, der gerne selbst ausprobiert und noch vor einer Weile wäre ich wahrscheinlich motiviert von einem solchen Beitrag eines etablierten Fachmagazins auch erstmal in den Stall gehühnert und hätte an Herrn Dicki gedrückt und gezogen. 

Wir können da offen sprechen: Seit ich mit dem Podcast angefangen habe, recherchiere ich viel zu Methoden und Hintergründen der Bewegungslehre und Biomechanik und komme dabei dann z.B. auch an dem Buch „Stresspunktmassage nach Jack Meagher“ vorbei. Nachdem ich alle Videos dazu durch hatte, hab ich das Buch mehrfach gelesen und das Poster hängt nach wie vor an der Tür in meinem Wohnzimmer. Und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht das ein oder andere was ich gesehen oder gelesen habe versucht habe selbst im Stall anzuwenden.

Mein Plan wäre dabei aber nie, die regelmäßigen Physiotermine zu ersetzen, sondern im Idealfall in der Lage zu sein, die Zeit dazwischen mit dem ein oder anderen Handgriff sinnvoll ergänzen zu können und Probleme früher erkennen zu können, so dass die/der Physio nicht erst gerufen wird, wenn die Auswirkungen eines Problems so offensichtlich sind, dass man es auch als amtliche Stumpfine einfach nicht mehr übersehen kann. 

Unter anderem über die Frage, wie viel Massage / Selbstbehandlung durch die Besitzer sinnvoll ist und wo man die Grenzen ziehen sollte, spreche ich in der Podcastfolge mit Conny Phillips. Die Folge haben ich euch unter den genannten Beiträgen auch nochmal verlinkt.  

In der Folge mit Conny sprechen wir unter anderem über eine Kollegin von ihr, die aus verschiedenen Gründen ihren Beruf hingeschmissen hat. Auch sie hat einen Beitrag zu dem Cavallo-Artikel verfasst und findet klare Worte. Ich habe euch diesen Beitrag ebenfalls unten eingebettet.

Die weiteren Reaktionen könnt ihr euch bei Bedarf ja selbst anschauen. Ich möchte für diesen Beitrag noch die Seite „Equilibrium Therapie & Training“ erwähnen. Die hat am Montag nämlich auch einen Beitrag gepostet, der das gleiche Thema nochmal andersrum aufrollt unter dem Titel „bitte nicht nachmachen“. Es werden die gängigen Tipps genommen und mit Bild und Bildunterschrift erklärt, wie es halt gerade nicht aussehen soll und was daran bei laienhafter Ausführung negative Folgen fürs Pony haben könnte. 

Dieser Ansatz gefällt mir einerseits sehr gut. Andererseits finde ich hier auch wieder Übungen, die mir ein etablierter und anerkannter Physiotherapeut bereits in der Vergangenheit an die Hand gegeben hat. Auch wenn sich daraus viele Fragen ergeben, so komme ich doch auch an einen Punkt, der mich wieder ruhiger werden lässt. Ich glaube, dass ich mein Pferd mittlerweile viel besser lesen kann als noch vor ein paar Jahren und ich weiß, dass ich eine kompetente und liebevolle Physio in meinem Adressbuch habe, die uns bei kleinen und großen Problemen immer helfen wird. 

Ich will gerne schlauer werden und besser verstehen, wie Pferde funktionieren und auch, warum sie es manchmal nicht tun. Und ich habe noch viele Fragen, die ich in neuen Formaten und neuen Podcast Folgen an verschiedene Experten richten möchte. Stay tuned!

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Podcast Folge zum Thema

Conny ist FN Physiotherapeutin, Westerntrainerin und passionierte Reining Reiterin. Und Pferdemädchen. Conny ist durch und durch Pferdemädchen.

Bei ihrer Arbeit als Vermittlerin zwischen Mensch und Pferd blickt sie ganz bewusst und gerne über den Tellerrand einzelner Fachbereiche und kann durch ihre Apotheke, ihren breitgefächerten „Werkzeugkasten“ und ihre langjährige Erfahrung verschiedene Behandlungsdisziplinen und Techniken zielgerichtet miteinander verbinden.

 

In dieser langen Folge kommen wir an vielen kleinen und großen Themen vorbei. Ich bin sicher, hier findet jeder mindestens einen Impuls, den er gerne mit zu sich in den Stall nehmen wird.