Lockdown light – was bedeuten die neusten Änderungen für Reitsportanlagen und Reitunterricht?

Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert. Eine Übersicht, welche Änderungen wann eingefügt wurden, findet sich am Ende des Beitrages.


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Wir müssen gerade alle klarkommen in einer Welt, die wir nicht kennen, nicht verstehen und auf die wir nicht vorbereitet wurden. Beruflich oder privat, mit oder ohne Pferd… welche Maßnahmen in welchem Bundesland / Landkreis gelten und was sich mit den Lockerungen nun ändert, ist schwierig zu durchblicken. Alleine im Freien auf einer Bank sitzen oder zu zweit im Park: In Berlin, Bayern und anderen Bundesländern ist das derzeit immer noch verboten.

Dass wir permanent schwanken zwischen Verständnis und Unverständnis, Hoffnung und Hilflosigkeit ist so logisch wie verständlich.

Vom Lockdown zum Lockdown Light

Ein leichtes Aufatmen. Angela Merkel hat in der Pressekonferenz diese Woche Mittwoch eine langsame Lockerung der momentanen Lockdown-Situation in Aussicht gestellt.

Das Kontaktverbot bleibt bis mindestens Anfang Mai bestehen. Schulen werden dann schrittweise eingeschränkt für bestimmte Jahrgänge wieder geöffnet und Geschäfte bis 800m2 Ladenfläche dürfen ab Montag, dem 20.April wieder verkaufen. Das freut vor allem viele Reitsportgeschäfte. Wann Gastronomiebetriebe, Bars und Clubs wieder aufschließen dürfen, bleibt unklar. Für Großveranstaltungen in Deutschland gibt es immerhin einen Zeithorizont: Großveranstaltungen bleiben bis mindestens 31. August verboten. Je nach dem wen man fragt fallen darunter scheinbar auch Reitsportturniere.

Die Turnier-Saison 2020 scheint gelaufen.

Unter der Annahme, dass Turniere als Großveranstaltungen zählen und die entsprechenden Regelungen dann auch von den Bundesländern so umgesetzt werden, dann ist die diesjährige Show-Saison hiermit gelaufen und die vielen liebevoll geklebten Steinchen auf den Outfits werden dieses Jahr nicht in der Sommersonne glitzern.

Schauen wir aber mal genauer hin, was die Verbände so schreiben. Und da wird im Grunde nur klar, dass es eben nicht klar ist. Oder sagen wir: noch nicht.

Die FN ruft Turnierveranstalter zur Besonnenheit auf und rät weiterhin zur Verlegung des Nennungsschluss näher an den Turnierbeginn, um maximale Flexibilität bei der Planung zu erhalten. 

Ich bin nicht sicher, wie viel Optimismus hier tatsächlich angebracht ist. Am Ende wird es so sein, dass jedes Bundesland für sich festlegen wird, ab wann eine Veranstaltung als Großveranstaltung definiert wird.

Nachvollziehbar wäre eine Orientierung an der Zahl anwesender Personen auf einer bestimmten Veranstaltungsfläche. Das ist aber rein spekulativ – denn wie gesagt: vorerst gibt es dazu noch keine konkreten Informationen weder auf Bundes- noch auf Landesebene.

Damit sich das bald ändert, ist die FN sehr aktiv:

„Unabhängig davon setzen wir uns dafür ein, dass an einem nicht allzu fernen Tag X vor dem 31. August wieder Turniere und Prüfungen stattfinden dürfen – nur eben nicht als Großveranstaltung. Höchstwahrscheinlich werden die ersten Veranstaltungen dann noch unter besonderen Bedingungen, also mit strikten Abstands- und Hygieneregeln stattfinden müssen“

FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Obwohl auf der Bundespressekonferenz klar ausgesprochen wurde, dass deutschlandweit Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten sind, ist die Frage über die Definition einer solchen Veranstaltung nach wie vor unklar.

Es zeichnet sich ab, dass die Beantwortung der Frage „Was ist eine Großveranstaltung“ von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich ausfallen könnte. 2 aktuelle Beispiele:

100er-Grenze für Veranstaltungen in Hessen soll kommen

Laut einem Artikel im Wiesbadener Kurier fordert der Hessische Städtetag die Landesregierung mit Nachdruck auf, Großveranstaltungen ab 100 Teilnehmern bis zum 31. August verbindlich zu verbieten.

Wiesbadens Bürgermeister Oliver Franz unterstützt diese Forderung und sagt auf Anfrage: „Ich gehe davon aus, dass auch so kommen wird.“

Oliver Franz im Wiesbadener Kurier

Schleswig Holstein will Events bis 1.000 Teilnehmer erlauben

Ministerpräsident Günther sieht in Großveranstaltungen ein wichtiges Thema.

„Wir haben uns verständigt, dass wir als Größenordnung für Veranstaltungen bis zu 1.000 Teilnehmer festlegen“, sagte der CDU-Politiker. Darüber hinaus bleiben sie verboten. Bis zum 30. April soll dazu eine eigene Verordnung festgelegt werden. Günther will einen Stufenplan entwickeln, wie Veranstaltungen zwischen dem 3. Mai und 31. August wieder ermöglicht werden könnten.

Wichtig sei es, dass zum Zeitpunkt der Veranstaltung die geltenden Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen eingehalten werden können. In der Verordnung sollen konkrete Regelungen für Konzerte, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen getroffen werden.

Die maximalen Zahlen würden angepasst an die weitere Corona-Entwicklung, sagte er. Es werde definitiv nicht gleich vom 4. Mai an Veranstaltungen mit 1.000 Besuchern geben.

NDR Artikel vom 16.04.

Alles zu seiner Zeit.

Ich könnte mir vorstellen, dass in der Rangfolge der Dinge, die nach und nach wieder erlaubt werden, Reitsportturniere als Luxus gewertet werden und deshalb die Erlaubnis zur Durchführung jetzt nicht gerade das nächste brennede Thema auf der Agenda ist.

Bei allem Verständnis für unsere Situation als passionierte Reitsportler sollten wir den Blick in der Gegenwart halten: Wir diskutieren gerade noch darüber, wie man Abi-Klassen durchs Jahr bekommen kann, wie eine Rückkehr in einen normalen Schulalltag aussehen kann oder wie bei weiterhin geschlossenen Kitas Kinderbetreuung und Arbeiten möglich ist.

Hört sich vielleicht ein bisschen hässlich an – aber vielleicht sind Turniere einfach noch nicht an der Reihe.

Was den Betrieb von Reitsportbetrieben und Reitunterricht angeht, so hoffe ich auf eine baldige Entspannung. Nicht zuletzt, weil hier im Gegensatz zu den Turnieren auch ungleich mehr Existenzen direkt dran hängen.

Betrieb von Sportstätten / Reitbetrieben

Auch was den allgemeinen Betrieb von Sportstätten allgemein und Reitbetrieben konkret angeht, gab es mit den neuen Regelungen noch keine näheren Informationen.

Das heißt: vorerst bleibt beim Sport alles wie gehabt. Für viele Reitsportstätten, Trainer und Schüler bleibt eine wichtige Frage also vorerst unbeantwortet:

Wann wird der Reitunterricht weitergehen?

Es ist nach wie vor unklar, wann Sportanlagen und damit auch Reitschulen wieder öffnen dürfen und somit auch der Reitunterricht wieder aufgenommen werden darf.

Regionale Unterschiede

„Wer darf eigentlich gerade was?“ ist eine Frage, die allgemein wie auch auf den Reitsport bezogen immer regional zu betrachten ist. Ein Beispiel:

Die Frage, welche Schulformen für welche Klassenstufen zu welchem Datum wieder öffnen werden, wurde in dieser Woche auf Bundesebene besprochen. Die einzelnen Bundesländer werden daraufhin jetzt ihre individuellen Regelungen finden und diese dann kommunizieren. Was in Hessen gilt, kann im Saarland anders geregelt werden.

Ähnlich verhält es sich mit den Fragestellungen zum Reitsport.

Von der FN gibt es allgemeine Empfehlungen, an denen sich viele Bundesländer bei der Gestaltung ihrer Regeln orientiert haben. Was von der FN kommt, sind aber eben nur Empfehlungen – nicht die geltenden Regeln.

Die FN darf keine bundeseinheitlich verbindlichen Regeln aussprechen. Dafür sind Bundesländer, Städte und Gemeinden zuständig.

Nur Bundesländer, Städte und Gemeinden können verbindliche Regeln aufstellen. Und so kommt, es dass sehr unterschiedliche Regelungen und Erlässe gibt, die eben zum Teil auch von den FN-Empfehlungen abweichen. Eine bundesweit einheitliche Regelung ist auch in Zukunft nicht zu erwarten und das ist auch gut so.

Da eine Pandemie-Situation sehr dynamisch und regional sehr unterschiedlich ist, ist es wichtig, individuell z.B. für einen bestimmten Landkreise etwas entscheiden zu können und falls notwendig bei einer veränderten Lage auch schnelle Anpassungen auf den Weg bringen zu können.

Vorgaben der Länder, Städte und Gemeinden sind zu beachten

Was genau für dich und dein Pferd erlaubt ist, kannst und solltest du rausfinden. Du kannst die Veröffentlichungen der Regierung deines Bundeslandes durchzulesen, dich beim zuständigen Gesundheitsamt informieren oder z.B. beim Ordnungsamt der eigenen Stadt/Gemeinde nachfragen, ob es konkrete Regelungen für den Pferdesport in deiner Heimat gibt.

In Schleswig-Holstein z.B. ist jede Art von Reitunterricht verboten. In Baden-Württemberg und Hessen z.B. ist Einzel-Reitunterricht erlaubt, solange die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden

Für Rheinland-Pfalz ist zu lesen:

Wieder erlaubt ab 20. April in Rheinland-Pfalz: Sport alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands im Freien, auch auf Sportanlagen.

Posting der Landesregierung RLP vom 17.04.

Zunindest Einzel-Reitunterricht scheint dann also ab Montag wieder möglich sein und ähnliche Lockerungen sind für viele Bundesländer zu erwarten.

Kritisiert wird hier, dass diese Art der Lockerungen gerade nicht den Vereinen und Schulbetrieben hilft. Der Landesverband RLP kommentiert dies wie folgt:

Bezüglich des Reitunterrichts haben wir das Ministerium angeschrieben und auf die besonderer Situation von Pferdesportvereinen und -betrieben hingewiesen, in der Hoffnung, dass auch hier Lockerungen kommen werden. Bisher waren in RLP offiziell private und öffentliche Sportanlagen zu schließen. Die o.g. Lockerung ist schon ein erster Schritt, hoffen wir dass es noch weiter geht und die Eindämmung von Corona dennoch gelingt.

Posting der Landesregierung RLP vom 17.04.

Am Ende des Beitrages verlinke ich auf die verschiedenen Websiten der Landesverbände.

Österreich nimmt Reit-Betrieb zum 01.Mai wieder auf

Während es bei den Anwesenheitsregelungen in Österreich sehr streng zu ging und wir Pferdemädchen hier in Deutschland mehrheitlich besser weggekommen sind, kann man jetzt ein wenig neidisch über die Grenze schauen.

Das Betretungsverbot von Sportarten wird ab Mai ausgesetzt für diejenigen Sportarten, die draußen stattfinden. Tennis, Golf oder eben auch Reitsport werden dann wieder möglich sein unter Einhaltung der Hygienevorschriften und Abstandsregeln .

Frankreich verlängert den Lockdown bis Mitte Mai

Wer sein Pferd in Frankreich stehen hat, der muss weiterhin Nerven aus Stahl haben. Dort ist nach wie vor das Betreten von Reitsportanlagen nicht erlaubt. Heißt im Klartext: Da gibt es eine Menge Pferdemädchen, die haben ihre Ponys seit Wochen nicht gesehen und werden auch mindestens weitere 4 Wochen durchhalten müssen.

Ob deine Stute in diesen Tagen einen Fohlen erwartet oder dein Pferd vielleicht allergisch auf Pollen ist und inhaliert werden sollte, spielt keine Rolle. Die Fürsorge obliegt dem Stallbesitzer. End of story.

Vom Stall in den Knast?

Meldungen von Bußgeldkatalogen bei Verstößen machen genau so schnell die Runde wie alle möglichen und unmöglichen Verschwörungstheorien.

Dass wir uns in dieser Situation Schlupflöcher suchen ist vermutlich eine einigermaßen natürliche Reaktion. Und während z.B. die Virtual Horse Show Gruppe auf Facebook stündlich wächst und sich auch immer mehr deutsche Westernreiter dort beteiligen, lesen wir dann aus Frankreich, dass der dritte verbotene Stallbesuch knapp 4000€ Bußgeld kostet und im Knast endet. Für 6 Monate.

Ganz ehrlich. Ich würde viel dafür geben zu wissen, wie die Welt in 6 Monaten aussehen wird. Wie es Pferdemädchen Tanja mit dieser Situation im deutsch-französischen Grenzgebiet geht, hört ihr in den aktuellen Sonderfolgen des Podcast.

Konsequenzen für Teilnehmer von Online-Turnieren

Zuhause eine Pattern reiten, das ganze mit dem Handy filmen, hochladen und ein Richter beurteilt den Ritt – das ist mehr oder weniger die Idee hinter Online-Turnieren. Und die ist nicht neu – Plattformen für Online-Turniere gab es auch schon vor Corona. Mit eher mäßigem Erfolg.

In einem Artikel auf St. Georg wird ausgeführt, dass Online-Turniere nicht zu den FEI genehmigten Turnieren gehören können, da die ‘fundamentalen FEI Maßnahmen’ in den virtuellen Systemen nicht garantiert werden könnten.

Dressurrichter, so heißt es, riskieren sogar Sperren – ebenso die Teilnehmer und ihre Pferde.

Ich bin kein großer Fan von diesen Online-Turnieren. Es erscheint mir einfach falsch, in der Zeit einer globalen Pandemie für Schleifchen und Pokale Pattern zu trainieren.

Reitsport in Deutschland weiter auf Standby

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) will und wird sich für eine Wiederaufnahme des Reitunterrichts einsetzen. Aktuell wird ein Konzept zusammengestellt, wie dies unter Einhaltung von bestimmten Sicherheitsmaßnahmen aussehen kann.

„Wir werden der Politik jetzt unsere Vorschläge an die Hand geben, wie der Reitunterricht auch in Corona-Zeiten stattfinden kann und wie sich Vereine und Betriebe bestmöglich auf den Tag X vorbereiten können, an dem das wieder möglich ist“

FN Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Berufsreiter in NRW dürfen seit März wieder trainieren

Dank einer Erweiterung der geltenden Coronaschutzverordnung können Berufssportler in NRW seit dem 30. März ihre berufliche Tätigkeit mit Einschränkungen ausführen.

Aufgrund von Nachfragen der Landespferdesportverbände Westfalen und Rheinland sowie der Bundesvereinigung der Berufsreiter im DRFV e.V. formulierte das zuständige Ministerium nun insgesamt eine Klarstellung.

Demnach dürfen Berufsreiter unter bestimmten Voraussetzungen Teilbereiche ihres Berufs, den Beritt und das Training von Pferden ausüben. Die FN und ihre Mitgliedsverbände setzen sich dafür ein, dass dies auch bundesweit möglich gemacht wird.

➡️ Bitte genau lesen: Was die Klarstellung in NRW im Detail bedeutet, erfahrt ihr hier: www.pferd-aktuell.de/39635

❗️Wichtig: Das zuständige NRW-Ministerium hat noch einmal deutlich unterstrichen, dass jeglicher Reitunterricht verboten bleibt.

FN Posting vom 09. April

Reitschulbetriebe am Limit

Während Einzelreitunterricht z.B. in Hessen noch möglich und erlaubt ist, ist der klassische Unterricht auf Schulpferden deutschlandweit verboten. Genau dieses Verbot und die Schließung von Sportstätten / Vereinen belastet viele Reitschulbetriebe schon seit einigen Wochen jenseits ihrer finanziellen Grenzen.

0€ Einnahmen, 100% Ausgaben

Die Schließung von Sportanlagen bringt viele Vereine und Betriebe an den Rand der Existenz.

In Deutschland haben rund 4.000 Vereine 34.100 Schulpferde/-ponys und zusätzlich über 2.600 Betriebe 30.800 Schulpferde/-ponys.

Sie bilden das starke Fundament des organisierten Pferdesports. Nur auf dieser Basis sind die Nachwuchsarbeit, die Sportentwicklung und generell der Pferdsport in Deutschland möglich.

Artikel der FN vom 16.04.2020

Die FN hat einen Artikel online gestellt, wie man eine Spendenaktion auf die Beine stellt und bietet Material für Online-Unterricht an. Die ersten 500 Vereine bekommen dieses sogar kostenlos.

Neben dem Check von Förder- und Kreditmöglichkeiten (siehe hier unter der Frage „An wen kann ich mich in meiner finanziellen Notlage wenden?“) sollten Vereine in ihrem Umfeld aktiv zu werden. Für gemeinnützige Vereine bietet sich eine Spendenaktion, um die finanziellen Einbußen durch die Einstellung des Schulpferdeunterrichts ein Stück weit zu kompensieren.

www.pferd-aktuell.de/coronavirus/tipps-fuer-vereine

Um die Reitschulen und Ausbilder in der Coronakrise mit digitalem Lehrmaterial zu unterstützen, bietet der FNverlag zum Download das Präsentationsmedium für den theoretischen (Online-) Unterricht „Ausbildung rund ums Pferd“ in seinem Shop für 35 Euro (statt 49,90 Euro) an. Für die ersten 500 Vereine mit Schulpferden ist das Online-Präsentationsmedium sogar kostenlos, da die FN 500 Exemplare bezuschusst. Das kostenlose Download-Angebot gilt nur für Vereine mit Schulpferden und ist über dieses Bestellformular erhältlich.

Beitrag der FN unter https://www.pferd-aktuell.de/coronavirus/tipps-fuer-vereine

Und die Westernreiter?

Im direkten Vergleich zum klassischen Reitsport sind in der Westernszene mehrheitlich die selbständigen Westerntrainer von den Regelungen betroffen.

Natürlich gibt es auch hier Schulbetriebe, aber unser Sport ist was die Ausbildung von Pferden und Reitern angeht, doch eher noch trainerlastig aufgestellt.

Schaut man sich die Websiten der großen Westernverbände an, dann findet man bei der EWU viele Infos und Links auf einer Sonderseite. Bei der DQHA muss man etwas scrollen, bis man überhaupt eine News findet, die sich mit Corona befasst und bei der NRHA ist die Top-Meldung auf der Startseite heute immer noch, dass das Osterturnier abgesagt wurde. Nunja.

Zurück zu den Trainern! Die geben sich nämlich wirklich Mühe, am Puls der Zeit für Lösungen zu sorgen und ihre Kunden und Follower mitzunehmen.

#notmachtdigital

Auch wenn wir noch nicht sicher sind, wie viel Zeit es zu überbrücken gilt – die Digitalisierung des Reitsports ist mit einer Dynamik angestossen, die beachtlich ist. Mit Kreativität und Mut werden gerade verschiedene Wege gesucht, das eigene Leistungsangebot zu digitalisieren und damit letztendlich auch das eigene Einkommen zu sichern

Einige Beispiele für Digitalisierung im Westernreitsport könnt ihr euch in den aktuellen Sonderfolgen anhören.

Als Beispiel möchte ich die Video-Serie von Sandra Breitenstein erwähnen. Passend zu ihrem Buch Ride in Balance hat sie eine Serie von Lehrvideos zu verschiedenen Themenbereichen wie Schenkelweichen auf VIMEO online gestellt, die man für 10€ kaufen oder wahlweise für 5€ leihen kann.

Wie sie auf die Idee gekommen ist und wie es damit so läuft, hört ihr ebenfalls in den aktuellen Podcast Folgen.

Von Sandra gab es zu Ostern ein Gratis-Video zum Thema Reitersitz. Ich kann für mich persönlich feststellen, dass ich die Inhalte aus dem Video direkt beim nächsten Reiten anwenden konnte und ich Sandra aktuell immer im Ohr habe, wenn ich rechte Hand reite und sich meine linke Schulter immer wieder still und heimlich nach vorne schieben will. Über Jahre etablierte falsche Bewegungsmuster ändern ist anstrengend und erfordert viel Kopfarbeit. Ich genieße es total, dass ich in dieser merkwürdigen Zeit etwas gefunden habe, was mich ablenkt, fordert und fördert.

Lasst uns gemeinsam weiter durchhalten.

Jetzt wo die ersten Erfolge der Maßnahmen messbar werden, mehren sich nun die Stimmen, die sich über eine angebliche Hysterie beklagen: Corona sei nicht so schlimm, aber die Maßnahmen dagegen schon. Dass die Strategie in Deutschland scheinbar aufgeht, wird selbst Teil des Problems.

There’s no glory in prevention.

Ich weiß, dass es viele Einzelpersonen und Unternehmen hart trifft. Ich möchte auch gar nicht bestreiten, dass die aktuelle Situation für viele ein einziger, riesiger Existenz bedrohender Albtraum ist.

Es ist noch nicht lange her, da habe ich abends in der Küche gestanden und seit langem mal wieder so richtig geweint. Und mir gehts doch eigentlich gut.

Aber so ist das wohl in diesem Frühjahr.

Man versteht die Welt nicht mehr und sich selbst oft auch nicht.

Für uns Pferdemädchen gilt am Stall wie auch in der richtigen Welt weiterhin:

Durchhalten 
Tapfer sein 
Vernünftig handeln 
Verantwortung für sich und andere übernehmen 
Gesund sein und bleiben 
Pferdmädchen sein 

Linkliste der Landesverbände:

Pferdesportverband Hessen
Pferdesportverband Saarland
Pferdesportverband RLP
Pferdesportverband Rheinland
Pferdesportverband Westfalen e.V.
Pferdesportverband Ndb./Opf.
Pferdesportverband Oberbayern
Pferdesportverband Hamburg
Pferdesportverband BaWü
Pferdesportverband Thüringen
Pferdesportverband Sachsen
Pferdesportverband Westfalen
Pferdesportverband Weser-Ems
Pferdesportverband Hannover
Pferdesportverband SAN
Landesverband Berlin Brandenburg
Pferdesportverband MeckPom
Pferdesportverband SH

Falls ich einen Verband vergessen habe: Hier sind alle auf einer Karte zu finden: https://www.pferd-aktuell.de/pferdenah/landkarte—lv


Fortlaufende Aktualisierung:

  • 17.04. um 22uhr40: Update der Sektion Ausblick Turniersaison, Ergänzung der Linkliste der Pferdesportverbände in Deutschland
  • 18.04. um 9Uhr: Update der regionalen Regelungen zu Rheinland-Pfalz
  • 18.04. um 9Uhr40 Update zu Schleswig Holstein
  • 19.04. um 8Uhr50: Update zu Veranstaltungen in Hessen
  • 19.04. um 12Uhr50 Einfügen des Schnelleinstieg am Anfang des Artikels