Studie: 44 von 60 Pferden zeigen Lahmheiten und die Reiter bemerken es nicht

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Dass es dringend nötig es ist, sich selbst öfter zu hinterfragen und von außen auf den eigenen Leistungsstand und den der Pferde schauen zu lassen, darüber habe ich in der letzten regulären Folge ja auch mit Veronika Klein gesprochen. Vielen dank an der stelle nochmal für eure vielen netten Feedbacks.

Ich bin diese Woche über ein Posting gestolpert, das in diesem Kontext eine wie ich finde krasse zahl hervorgebracht hat und die Themen Blickschulung und Wissensvermittlung nochmal mehr in den Fokus rückt.

Die Studie „Application of a Ridden Horse Pain Ethogram and Its Relationship with Gait in a Convenience Sample of 60 Riding Horses“ von Sue Dyson und Danica Pollard ist am 17. Juni 2020 in der Zeitschrift ,animals‘ erschienen und kann in englischer Originalfassung hier nachgelesen werden.

Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sich die renommierte Orthopädin und Verhaltens-Spezialistin Dr. Sue Dyson mit Lahmheits-Diagnostik und dem Erkennen von Schmerzsymptomen bei Pferden, was in mehreren bahnbrechenden Studien und wissenschaftlichen Arbeiten Niederschlag fand. Dr. Dyson entwickelte gemeinsam mit Kollegen ein sogenanntes ,Schmerz-Ethogramm für Reitpferde’ (,Ridden horse pain ethogram’, kurz RHpE) – also einen Katalog mit insgesamt 24 Verhaltensweisen bzw. -signalen, die nachweislich mit dem Empfinden von Schmerz beim Pferd verbunden sind. Zu diesen Verhaltenssignalen zählen Schmerz-Anzeichen im Gesicht (etwa angelegte Ohren, geschlossene Augenlider, ein starrender Blick, sichtbares Augenweiß, ein aufgesperrtes Maul etc.) ebenso wie körperliche Merkmale (wiederholte Veränderung der Kopfposition, Kopfschlagen oder ständige Kopfbewegungen zur Seite, Schweifschlagen etc.) oder Eigenheiten im Gangbild (zu eilige bzw. unrhythmische Gänge, plötzliche Gangwechsel bzw. Richtungsänderungen, Scheuen, Buckeln,  Ausschlagen etc.). Dieses ,Schmerz-Ethogramm für Reitpferde’ hat sich in mehreren Studien als sehr zuverlässiges Instrument herausgestellt, um das Schmerzempfinden von Pferden zu bestimmen – mit einer eindrucksvoll hohen ,Trefferquote’.

ProPferd.at Artikel

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